Die Geschichte vom Olivenöl aus Trochala

In einem kleinen Dorf namens Trochala* am wunderschönen Pilion in Griechenland – wo es scheint, als ob die Zeit noch still stehe – haben zwei Olivenöl Liebhaberinnen vor mehr als 30 Jahren einen kleinen Olivenhain erworben und das Land dort vor dem Verbau gerettet.

Alles begann mit einem Anruf den unsere Mutter, Eva Cerny 1989 erhielt. Ein damaliger Freund rief sie mit einem seltenen Anliegen an. Er meinte er kenne da ein unbekanntes Fleckchen Erde in Griechenland, dass er schützen und auch wieder bewirtschaften möchte. Er sagte er trommle gerade Menschen zusammen die dort Land kaufen, mit der Absicht es so zu belassen wie es ist – unberührt, unschuldig und traumhaft schön. Man fühlt sich wahrlich 20 Jahre zurückversetzt, wenn man dort ist. Das kleine Fleckchen auf der Landkarte nennt sich Pilion. 

Unvoreingenommen und abenteuerlustig wie unsere Mama ist, dachte sie “Okay, ich schau mir das mal an”. Nichtsahnend, dass sie sich in dieses Fleckchen Land so sehr verliebt, dass sie von dort gar nicht mehr weg wollte. In einem kleinen Dorf namens Trochala, das aus nicht mehr als 5 Bauernhäuser besteht, hat sie tatsächlich mit ihrer Lebensgefährtin, Vera Volkert einen kleinen Olivenhain erworben.

Aus Liebhaberei werden seit jeher in Trochala mit der ganzen Familie die Oliven vom Baum geschüttelt. Das Wichtigste dabei ist immer für alle, das beste Olivenöl in “extra nativ” Qualität, 100% biologisch, kaltgepresst und handverlesen herzustellen. Was unserer Meinung nach gelungen ist.

*Trochala bedeutet übrigens laut dem Altgriechischen kleiner Felsen. Allerdings dachten wir jahrelang aufgrund unserer schlechten Griechischkenntnisse Trochala würde Drache heißen. Und da wir immer schmunzeln müssen, wenn wir an diese Geschichte denken, haben wir einen kleinen Drache als unser Logo gewählt. 

Trochala Olivenhain – Griechenland am Pilion

Unsere allererste Ernte

Im Jahre 1993 kam es zu unserer ersten eigenen Ernte. Weil das Grundstück zwanzig Jahre nicht bewirtschaftet wurde, waren wir anfangs damit beschäftigt die Bäume wieder freizulegen und zu schneiden, denn sie hatten mehr Triebe am Stamm als auf der Krone. 

Unsere Mutter fuhr also in diesem besagten Jahr mit ihrer ersten Ausbeute von 280kg Oliven ahnungslos in die Mühle von Promiri, wo ihr mitgeteilt wurde, dass sie die erforderliche Menge von 350kg Oliven für eine eigenen Pressung nicht erfülle. Allerdings wurde sie nicht abgewimmelt, da der Mühlenmann (Name der Redaktion bekannt) mit den gut aussortierten Oliven schon geliebäugelt hatte. 

Die Oliven liefen im Nu das Förderband hinauf und hinein in die Mühle. Das Spannendste war ab diesem Zeitpunkt nicht mehr die Ernte selbst und das Öl, das in die Kanister lief, sondern als der Ölmühlenmann seine Brille aufsetzte. Wir wussten die Stunde der Wahrheit ist gekommen. Jetzt wird er eine Probe entnehmen und die Qualität des Öls direkt vor unseren Augen überprüfen. Während er stillschweigend da saß und in aller Ruhe seinen üblichen Handgriffen nachging, warteten wir ungeduldig auf das Ergebnis. Als er fertig war, schaute er über seine Brille unsere Mutter an und sagte: “Das ist kein Öl. Das ist Medizin. Das müssen sie in der Apotheke verkaufen.”

Seit jeher wie ein Familienmitglied – unser Viron.

Aus Liebhaberei wird ein kleines Familienunternehmen

Statt mit Souvenirs in der Tasche, reisen unsere Mutter und ihre Lebensgefährtin seit jeher im Oktober nach der Ernte mit dem grünen Gold in ihre Heimatstadt Wien zurück. Stolz auf das selbstgemachte Olivenöl, sprach es sich schnell herum, dass die Beiden – im wahrsten Sinne des Wortes – astreine Ware im Küchenregal stehen hat. 

Immer mehr Freunde und Bekannte fragten nach dem Erwerb einer kleinen Flasche. Doch die Antwort unserer Mutter war stets die Gleiche: “Wir ernten nur für den Eigenbedarf.” Diese Konversation wiederholte sich über viele Jahre, bis die jüngste Tochter Sophie Cerny vorschlug, einmal im Jahr nach der Ernte einen Home-Sale zu machen, wo Trochala Olivenöl Fans die Möglichkeit bekamen es zu kaufen. 

Mit dem Suppenschöpfer und einem Trichter in 0,75l Flaschen abgefüllt, mit einem Goldstift beschriftet (damals noch genannt Piliongold) fand 2010 der erste Ölverkauf in Sophies Wohnung statt. Voller Stolz und Freude haben wir an diesem wunderschönen Abend mit Freunden und Bekannten auf die Olivenernte angestoßen und 20 Flaschen Olivenöl verkauft. 

Obwohl wir ein bisschen gewachsen sind und seit 2020 sogar einen Online-Shop und Vertriebspartner haben, lassen wir uns den – heute – legendären Home-Sale nicht entgehen. Immer noch wird nach der Rückkehr von der Ernte am ersten Adventssonntag in Sophies Wohnung… nein, mittlerweile in unserer kleinen Manufaktur in Wien die Ernte gefeiert, Familientradition sozusagen. 

Trochala Olivenöl 750ml